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Amazing Thailand oder Die sieben Weltwunder

Pravit Rojanaphruk wundert sich in einem Kommentar in der Tageszeitung „The Nation“ über „Amazing Thailand“ und bezeichnet die Geschehnisse der letzten Zeit als surreal.

Weihnachtsbaum in Pattaya: Surreales Amazing Thailand

1. Wunder

Das Fremdenverkehrsamt Thailand (TAT) bemüht sich um Schadensbegrenzung. Die läuft nach bewehrtem Muster ab: Man tut einfach so, als ob nichts geschehen sei. Das TAT läßt überall Weihnachtsbäume mit dem Werbespruch „Amazing Thailand“ aufstellen und holt aus der Schublade eine Kampagne, die sich „Die sieben Weltwunder von Thailand“ nennt, um das Land touristisch zu promoten.

2. Wunder

Eine ausländische Bekannte mokierte sich über ein Pressefoto, auf dem PAD-Führer Simüang lächelnd bei der Rückgabe des besetzten Flughafens Suwannaphum an die Behörden fotografiert worden war. Anstatt als Mitglied einer terroristischen Vereinigung verhaftet zu werden, wurde er als Held gefeiert und hatte am Abend vor der Räumung noch eine Party auf dem Flughafengelände organisiert.

3. Wunder

Genauso surreal ist, daß die PAD sich mit keiner Silbe bei 350.000 gestrandeten Fluggästen entschuldigt hat. Statt dessen warnte sie die Regierung, „so etwas“ nie wieder zu tun, sonst würden weitere Maßnahmen provoziert.

4. Wunder

Weshalb hielten Polizei und Militär den Mob nicht auf, als dieser auf dem Flughafengelände einmarschierte? Das wollen die Leute wissen, aber die Thai-Medien wagen nicht, diese Frage überhaupt zu stellen, geschweige denn, zu diskutieren. Nur den ausländischen Medien konnte man entnehmen, daß hinter der PAD „hohe Institutionen“ stehen, die das Sicherheitspersonal dazu aufforderten, untätig zu bleiben.

Die wirtschaftlichen Folgen der Flughafenbesetzung sind in Verbindung mit der Weltwirtschaftskrise bislang nicht abzuschätzen. Würde da nicht jeder vernünftige Mensch von den Thai-Medien erwarten, daß die acht Tage der Flughafenbesetzung genau analysiert werden? Aber das passierte nicht, teilweise wegen der Majestätsbeleidigungsgesetze und der „Kultur der Selbstzensur“, die in den Redaktionen der Zeitungen herrscht.

Politische Wissenschaftler wie Jil Ungpakorn sahen sich gezwungen, ihre Artikel („Ein zweiter Putsch für die Reichen“) im Ausland veröffentlichen.

Das Nachrichtenmagazin „The Economist“ widmete Thailand sogar eine Titelgeschichte, in der die Rolle der Monarchie beschrieben wird, aber – wen wundert es – das Magazin kann man in Thailand nicht kaufen.

Ein Mitarbeiter von AsiaBooks bestätigte, daß die fragliche Ausgabe von „The Economist“ in Thailand nicht erhältlich sei. Er habe den Artikel aber online gelesen. Inzwischen kursieren im Internet auch thailändische Übersetzungen, die mit Sicherheit auf Zehntausenden von Festplatten abgespeichert sind. Aber die Druckausgabe ist hier nicht erhältlich.

5. Wunder

Alle politischen Beobachter sind sich darüber einig, daß Armeegeneral Anupong Paochinda den Politikern gesagt hat, was sie zu tun oder zu lassen haben und wie die neue Koalition auszusehen habe.

Armeesprecher General Sansern Kaewkamnerd verteidigte seinen Chef und meinte, er könne doch nichts dafür, wenn Politiker seinen Rat einholen. Anupongs Kollege, Itthiporn, Chef der Luftwaffe, stieß ins gleiche Horn: Er halte sich aus der Politik heraus, aber eine von den Demokraten angeführte Koalitionsregierung sei in seinem Sinne.

6. Wunder

Es gab noch andere erstaunliche Dinge, die von den Mainstream-Medien unterschlagen wurden und nur in PAD-kritischen Zeitungen wie „Matichon“ oder „Khao Sod“ zu lesen waren. Am Flughafen war ein nackter Mann gefunden worden, der offensichtlich von PAD-Wachmännern verprügelt und angeschossen worden war. Angeblich hatte er sich von der PAD losgesagt, was dort nicht mit Begeisterung aufgenommen wurde.

7. Wunder

Einige erstaunliche Dinge, die „Amazing Thailand“ betreffen, spielen sich im Ausland und nicht in Thailand ab – allein diese Tatsache ist erstaunlich. Der Autor dieses Kommentars mußte wegen der Blockade der Flughäfen einen Zwangsaufenthalt in Korea absolvieren. Dort traf er zwei thailändische Touristinnen, die in Soul auf Shopping-Tour waren.

Eine von ihnen bestritt, daß die PAD die Flughäfen geschlossen hatte: „Es waren die Flughafen-Mitarbeiter, die nicht arbeiten wollten!“ Amazing Thailand… Pravit Rojanaphruk, tn, la

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