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Die Schweinegrippe erreicht Thailand

Die Behörden können es nicht mehr verleugnen: Die Schweinegrippe wird nicht mehr eingeschleppt, Leute haben sich innerhalb Thailands mit dem Virus A(H1N1) angesteckt, davon über 20 in Pattaya.

Zwei Schulenin Bangkok wurden geschlossen

Zwei Koreaner, die in Pattaya Urlaub machten, hatten sich nachweislich im Seebad angesteckt, nach Behördenangaben seien mindestens 20 Leute in Pattaya an der Grippe erkrankt, hauptsächlich Mitarbeiter(innen) einer Diskothek, die namentlich nicht genannt wurde.

Während das Gesundheitsamt in Phuket die Wahrheit noch verleugnet, bestätigte das Gesundheitsministerium, daß sich Menschen innerhalb Thailands mit der Grippe angesteckt haben, 37 Erkrankungen wurden offiziell bestätigt.

Zwei Schulen in Bangkok geschlossen

Die St Gabriel School und die St Francis Xavier School in Bangkok werden mindestens eine Woche geschlossen, weil sich in der St Gabriel School fünf Schüler angesteckt haben. Die St Francis Xavier School liegt in der Nähe und wird häufig von Schülern der St Gabriel School besucht.

WHO erklärt Schweinegrippe zur globalen Seuche

So einen Fall gab es zuletzt im Jahr 1968: Die Weltgesundheitsorganisation hat den Pandemie-Fall erklärt, die Schweinegrippe hat sich global ausgebreitet - auch wenn die meisten Erkrankungen mild verlaufen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat für die Schweinegrippe die höchste Warnstufe 6 ausgegeben. Das bestätigte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan am 11. Juni vor Journalisten in Genf. Das mutierte Virus H1N1 habe sich über mehr als zwei Kontinente ausgebreitet. Den letzten Pandemie-Fall hatte die WHO im Jahr 1968 verkündet, als die Hongkong-Grippe grassierte.

Warnstufe 6 wird ausgerufen, wenn es zu anhaltenden Mensch-zu-Mensch-Übertragungen des Erregers kommt und diese in mindestens zwei WHO-Regionen unabhängig voneinander auftreten. Bisher waren die meisten Ansteckungen auf dem amerikanischen Kontinent aufgetreten, vorwiegend in den USA und in Mexiko.

Mit der Anhebung auf Stufe 6 stellt die WHO die weltweite Ausbreitung des Erregers fest. Die höhere Pandemie-Warnstufe bedeutet nicht, daß das Virus gefährlicher geworden ist und mehr Todesfälle auftreten. Die meisten Erkrankungen der Schweinegrippe verlaufen mild, brauchen keine Behandlung und sind nicht tödlich. "Phase 6 hat keine Bedeutung hinsichtlich der Schwere der Krankheit.

Sie ist nur bedeutend für die geographische Ausbreitung", sagte WHO-Sprecher Gregory Hartl. "Tatsächlich haben wir es bisher mit einer milden Erkrankung zu tun", so Hartl. Die Ansteckungszahlen seien zwar hoch, aber der Großteil der Fälle verlaufe harmlos und brauche keine Behandlung. Die Feststellung der Pandemie durch die WHO soll die Produktion von Grippemedikamenten beschleunigen, zudem sollen sich die Regierungen nun verstärkt um eine Eindämmung der Epidemie bemühen.

Das H1N1-Virus ist zur Zeit zwar hoch infektiös, aber relativ harmlos. In einer ersten im Fachmagazin " Science" veröffentlichten Analyse hatten Wissenschaftler damit gerechnet, daß sich das Virus weltweit ausbreiten würde. Die Forscher kamen darin zu dem Ergebnis, daß der aktuelle Influenza-Erreger H1N1 ansteckender ist als die normale, saisonale Grippe. Etwa 0,4 bis 1,4& der Infizierten sterben an der Schweinegrippe. Das Virus scheine in etwa genauso gefährlich zu sein wie die H1N1-Variante von 1957. Damit - und das ist die gute Nachricht - wäre es deutlich weniger aggressiv als die Spanische Grippe von 1918/19. Ihr fielen schätzungsweise 40 bis 50 Millionen Menschen zum Opfer.

Laut WHO-Angaben vom Mittwoch haben 74 Länder insgesamt 27.737 bestätigte Fälle von Schweinegrippe gemeldet - die Dunkelziffer beträgt laut Experteneinschätzung wahrscheinlich mehrere hunderttausend, da die meisten Infektionen so mild verlaufen, daß sie nicht registriert werden. Mehr als die Hälfte der bestätigten Fälle hat alleine die USA gemeldet. 141 Menschen sind weltweit an der Krankheit gestorben, davon 106 in Mexiko und 27 in den USA. Zum Vergleich: An normaler Grippe sterben Schätzungen zufolge jährlich weltweit rund 500.000 Menschen.

Beunruhigend war für Experten jedoch, daß unter den 141 Todesopfern viele junge und gesunde Menschen waren - die sonst kaum einer normalen Grippe zum Opfer fallen würden. Zudem hat sich die Verbreitung des Virus mit dem Beginn des Sommers in der nördlichen Halbkugel entgegen einem normalen Grippevirus kaum verlangsamt. Experten geben daher keine Entwarnung: Es kann nicht ausgeschlossen werden, daß das Virus noch in eine gefährlichere Form mutieren wird - vor allem in einer zweiten Welle. bp, tn, AFP,AP, Reuters

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